Das schnelle Geld: Oder wie schnell es weg sein kann

Veröffentlicht am 28. Mai 2020

Von Rechtsanwalt Franz Giebeler – Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Immer mehr Mandanten schildern mir, dass sie Opfer von Betrügern geworden sind. Im Internet gibt es immer wieder Anpreisungen einer fast wunderbaren Geldvermehrung. Einfach ein Depot eröffnen, zunächst einmal 250 € einzahlen und dann zusehen, wie sich das Geld vermehrt. Funktionieren soll dies angeblich durch geschicktes Investieren in Kryptowährungen, Devisengeschäfte, Optionen oder ähnliches. Damit seien lukrative Gewinne möglich.

Häufig spielt in diesem Zusammenhang eine Software oder ein angeblich treffsicheres Handelssystem eine große Rolle, welches als eine Art Gelddruckmaschine funktionieren soll. Dies erscheint dem Betroffenen, der vielleicht sogar aufgrund der derzeitigen Coronakrise in wirtschaftliche Nöte geraten ist, als große Chance.

Oft bleibt es nicht bei der ersten Einzahlung. Nach der ersten Investition auf der Handelsplattform werden virtuelle Gewinne auf dem Konto angezeigt. Doch zu diesem Zeitpunkt ist das Geld womöglich schon weg. Die angeblich erfolgreichen Broker, die dann auch telefonisch mit dem Kunden in Kontakt treten, offerieren den ganz großen Deal. Dazu soll noch einmal Geld nachgelegt werden. Je mehr, umso besser.

Sobald das Geld des Kunden eingezahlt ist, wird dieses ins Ausland transferiert. Die Anbieter der Handelsplattformen und Broker haben oft keine Zulassung. Häufig sitzen die Firmen im Ausland. Doch davon merken die Geldanleger erst dann etwas, wenn sie sich Ihr Geld wieder auszahlen lassen möchten. Denn häufig bricht dann der Kontakt zu dem Broker, der vorher fast täglich angerufen hat, ab.

Natürlich gibt es auch seriöse Kapitalanlagemodelle, die hier nicht gemeint sind. Hüten Sie sich aber vor den schwarzen Schafen, indem Sie zumindest auf folgendes achten:
– Versprochen werden den oft ahnungslosen Anlegern sehr hohe Gewinne bei geringem Risiko. Doch diese Kombination gibt es am Markt schlicht und ergreifend nicht. Immer wenn hohe Gewinne ohne Risiko versprochen werden, handelt es sich um Betrug.

– Recherchieren Sie im Internet, um möglichst umfassende Informationen zum Anbieter und zum Produkt zu erhalten. – Achten Sie bei solchen Anlageangeboten im Internet darauf, ob ein Impressum angegeben ist.

– Wer ist Ihr potentieller Vertragspartner und wo hat er seinen Sitz? Achten Sie bei Geldanlagen immer darauf, wo die Unternehmen ihren Sitz haben. Sitzen die Firmen im Ausland, haben Sie bei Streitigkeiten immer schlechte Karten.

– Handelt es sich um ein von der BaFin oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen?

Sollten Sie bereits Opfer einer solchen Masche geworden sein, ist eine Strafanzeige anzuraten. Wenn Sie Glück haben, konnten die Ermittlungsbehörden bei den Tätern noch Geld sicherstellen. Ansonsten gibt es noch eine Chance, wenn Sie die Einzahlungen auf die Handelsplattform durch eine Kreditkartenzahlung bewirkt haben. Auch das kommt durchaus vor. Dann kann eine Rückbelastung des Kreditkartenkontos versucht werden.


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